Fast Flugzeug Absturz in Singapur

Auf dem Flug von Singapur nach Sydney war an dem Riesenjet über Westindonesien eines von vier Triebwerken ausgefallen. Aus noch ungeklärter Ursache riss ein Teil des hinteren Triebwerks ab und schlug dabei ein Loch in die Tragfläche. Die Maschine mit 459 Menschen an Bord kehrte daraufhin nach Singapur zurück, wo sie nach insgesamt einer Stunde und 50 Minuten sicher landete. Bei der Landung trat aus einem Triebwerk dichter Rauch aus, der von mehreren Feuerwehrfahrzeugen gelöscht wurde.

Ein deutscher Passagier berichtete mehreren Nachrichtenagenturen, fünf Minuten nach dem Start habe es plötzlich einen Knall gegeben. „Ich sah dort dann Teile aus dem Flügel brechen“, berichtete Ulf Waschbusch. Die Maschine sei aber völlig ruhig weitergeflogen. „Es hat nichts geruckelt, so waren wir alle ziemlich schnell beruhigt.“ Die Passagiere seien ruhig geblieben, die Piloten hätten sie ständig auf dem Laufenden gehalten. Die Landung sei unspektakulär verlaufen.

Bilder:

A380 mit Triebwerkschaden notgelandet
Bilderstrecke Singapur Nach einem Triebwerksschaden musste ein Airbus A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas in Singapur landen. [mehr]

Zwei Triebwerke reichen

Nach Auskunft der Pilotenvereinigung von Singapur ist der Ausfall eines Triebwerks bei einem A380 „kein ernsthaftes Problem“. Die Maschine sei auch mit nur zwei Triebwerken noch flugfähig. Dennoch hätten die Piloten richtig gehandelt.

Airbus der australischen Linie Qantas nach der außerplanmäßigen Landung in Singapur (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Passagiere konnten den Airbus ohne Probleme verlassen – die Hintergründe der außerplanmäßigen Landung werden nun untersucht.]
Das beschädigte Triebwerk des A380 (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Schaden an dem Triebwerk des A380 ist deutlich sichtbar – dennoch blieb der Riesenjet flugfähig.]

Luftfahrtexperten sprachen dessen ungeachtet von einem schwerwiegenden Zwischenfall, da der Flügel des Flugzeugs durch Triebwerkteile beschädigt wurde. Frankreich, das international als Herstellerland des Flugzeugs geführt wird, will nun Ermittler nach Singapur schicken. Zu ihnen werden Experten vom Triebwerkshersteller Rolls Royce aus Großbritannien stoßen. Die Untersuchungen werden aber von der australischen Luftfahrtbehörde ATSB geleitet.

Sicherheitslandung oder Notlandung?:

Von einer Sicherheitslandung wird grundsätzlich gesprochen, wenn ein Flugzeug noch funktionstüchtig ist und beispielsweise nach einem Zwischenfall wie dem Ausfall eines Triebwerks gezielt einen ausgewählten Flughafen ansteuern kann – es aber dennoch in einer Lage ist, in der eine Landung eine drohende Notlage abwendet. Den Zwischenfall mit dem Qantas-A380 stuft die Pilotenvereinigung Cockpit daher als Sicherheitslandung ein.
Eine Notlandung bedeutet hingegen, dass ein Flugzeug sofort landen muss – wie beispielsweise im spektakulären Fall eines Airbus A320, der nach einem Ausfall aller Triebwerke auf dem Hudson River in New York notwassern musste.

Qantas weist Berichte über Explosion zurück

Qantas-Chef Joyce wies Vermutungen zurück, es habe eine Explosion an Bord gegeben. Zuvor hatten Augenzeugen auf der indonesischen Insel Batam in der Nähe von Singapur gesagt, sie hätten eine Detonation gehört, danach habe das Flugzeug eine Rauchfahne hinter sich her gezogen. Auf der Insel wurden später Flugzeugteile mit Quantas-Lackierung gefunden.

Ein indonesischer Fernsehsender zeigte Metallteile, von denen einige die Größe einer Tür hatten. „Ich hörte eine gewaltige Explosion gegen 09.15 Uhr und sah ein niedrig fliegendes Passagierflugzeug mit Rauch an einer Tragfläche“, sagte ein Augenzeuge Rusdi dem Fernsehsender. „Trümmer fielen auf mein Haus.“

Triebwerke am Airbus A380:

Die Triebwerke des Airbus A380, des größten Passagierflugzeugs der Welt, werden von den jeweiligen Fluggesellschaften ausgesucht. Für den A380 gibt es zwei Typen: Das Rolls-Royce-Trent-900-Triebwerk, das jetzt die Probleme über Indonesien hatte, war das erste zugelassene Triebwerk. Die Fluggesellschaften können inzwischen aber auch Motoren der Engine Alliance ordern, eines Zusammenschlusses der US-Hersteller Pratt and Whitney und General Electric. Beide Hersteller beziehen Teile von anderen Firmen. Mit der Übergabe an die jeweilige Fluggesellschaft endet auch die Verantwortung von Airbus für die Wartung der Triebwerke, wie eine Konzernsprecherin erläuterte.

Lufthansa setzt A380 weiter ein

Die Lufthansa erklärte, sie werde ihre drei Airbus A380 weiter ohne Einschränkung einsetzen. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen sehe keine Veranlassung, den Flugbetrieb einzustellen. Singapore Airlines schloss sich dagegen dem Schritt von Qantas an. Airbus und Rolls Royce hätten der Luftlinie „geraten, vorsorglich technische Wartungen“ an den A380-Flugzeugen durchzuführen, hieß es in einer Erklärung.

Der Airbus 380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Als erste Fluggesellschaft stellte Singapore Airlines die Maschine im Oktober 2007 in den Dienst. Die Lufthansa erhielt ihren ersten A380 im Frühsommer dieses Jahres. Bislang haben erst fünf Fluggesellschaften Maschinen dieses Typs in ihrer Flotte, insgesamt sind 37 A380 im Einsatz.

Mit dem Flugzeug hatte es in der Vergangenheit bereits technische Schwierigkeiten gegeben, allerdings bislang nicht von dieser Schwere. Im September 2009 musste ein A380 von Singapore Airlines wegen einer Motorpanne auf dem Weg nach Paris umkehren. Air France musste zwei Monate später eine Maschine wegen Problemen mit der Navigationselektronik umkehren lassen.

(Quelle:Tagesschau.de)

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Über jj_wedemyer

Ich bin ein Schüler der FWS Göttingen!!

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